Vorlage für ein Begleitschreiben zum Bürgergeld-Antrag
Ein gut formuliertes Begleitschreiben kann Ihren Bürgergeld-Antrag sinnvoll ergänzen und die Bearbeitung erleichtern – besonders in komplexen Fällen oder bei ungewöhnlichen Umständen. Diese Seite bietet Ihnen Mustervorlagen und Tipps für wirksame Begleitschreiben.
Wann ist ein Begleitschreiben sinnvoll?
Ein Begleitschreiben zum Bürgergeld-Antrag ist in folgenden Situationen empfehlenswert:
- Bei komplexen Lebensumständen, die im Standardformular nicht ausreichend dargestellt werden können
- Wenn Sie besondere Bedarfe geltend machen möchten
- Bei unvollständigen Unterlagen, um zu erklären, warum bestimmte Nachweise fehlen
- Bei unklaren Einkommensverhältnissen (z.B. bei Selbstständigen)
- Bei besonderen Wohnsituationen (z.B. Wohngemeinschaften, temporäre Unterkünfte)
- Zur Erläuterung besonderer familiärer Konstellationen
- Wenn Sie frühere Ablehnungen ansprechen und neue Sachverhalte darlegen möchten
Allgemeine Struktur eines Begleitschreibens
Ein effektives Begleitschreiben sollte folgende Elemente enthalten:
- Persönliche Daten und Aktenzeichen (falls vorhanden)
- Bezug zum Antrag (Datum der Antragstellung)
- Klare Struktur mit Überschriften für verschiedene Themen
- Sachliche Darstellung Ihrer besonderen Umstände
- Konkrete Belege und Nachweise (oder Erklärung, warum diese fehlen)
- Datum und Unterschrift
Mustervorlage für ein allgemeines Begleitschreiben
[Ihr Name]
[Ihre Anschrift]
[Ihre Telefonnummer/E-Mail]
An das Jobcenter [Ort]
[Adresse des Jobcenters]
[Falls vorhanden: Kundennummer/BG-Nummer/Aktenzeichen]
[Ort, Datum]
Begleitschreiben zu meinem Bürgergeld-Antrag vom [Datum der Antragstellung]
Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ergänzung zu meinem Bürgergeld-Antrag vom [Datum] möchte ich Ihnen folgende Informationen und Erläuterungen mitteilen, die für die Bearbeitung meines Antrags wichtig sein könnten:
[Hier folgt der Hauptteil mit Erläuterungen zu Ihren besonderen Umständen, gegliedert nach Themen]
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne unter der oben angegebenen Telefonnummer [oder E-Mail-Adresse] zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]
[Ihr vollständiger Name]
Anlagen:
- [Liste der beigefügten Dokumente/Nachweise]
Vorlagen für spezifische Situationen
1. Begleitschreiben bei fehlenden Unterlagen
[Kontaktdaten wie oben]
Begleitschreiben zu meinem Bürgergeld-Antrag vom [Datum] – Fehlende Unterlagen
Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ergänzung zu meinem Bürgergeld-Antrag vom [Datum] möchte ich Sie darüber informieren, dass derzeit folgende angeforderte Unterlagen nicht eingereicht werden können:
1. [Bezeichnung des fehlenden Dokuments, z.B. "Kontoauszüge für Januar 2025"]
Begründung:
[Erklärung, warum das Dokument nicht vorgelegt werden kann, z.B.:
- Dokument ist verloren gegangen/nicht mehr auffindbar
- Dokument liegt bei einer anderen Behörde vor
- Dokument kann erst zu einem späteren Zeitpunkt beschafft werden]
Alternative Nachweise:
[Falls vorhanden, alternative Belege aufführen, die Sie stattdessen einreichen, z.B.:
- Eidesstattliche Versicherung
- Screenshots von Online-Banking
- Bestätigung der Bank]
Ich werde mich bemühen, die fehlenden Unterlagen bis zum [Datum] nachzureichen. Bitte prüfen Sie, ob die Bearbeitung meines Antrags dennoch beginnen kann, um finanzielle Notlagen zu vermeiden.
Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]
[Ihr vollständiger Name]
2. Begleitschreiben bei besonderer Wohnsituation
[Kontaktdaten wie oben]
Begleitschreiben zu meinem Bürgergeld-Antrag vom [Datum] – Erläuterung zur Wohnsituation
Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ergänzung zu meinem Bürgergeld-Antrag vom [Datum] möchte ich meine besondere Wohnsituation näher erläutern:
Aktuelle Wohnsituation:
[Detaillierte Beschreibung, z.B.:
- Ich lebe in einer 4er-Wohngemeinschaft, bin aber nicht Hauptmieter
- Ich wohne übergangsweise bei Bekannten
- Ich bewohne ein Zimmer in einer Pension]
Mietverhältnis:
[Erklärung zum Mietverhältnis, z.B.:
- Untermietverhältnis mit/ohne schriftlichen Vertrag
- Vorübergehende Unterkunft
- Mietfreies Wohnen]
Kostenaufteilung:
[Darstellung der Kostenaufteilung, z.B.:
- Mein Anteil an der Gesamtmiete beträgt [Betrag] Euro
- Die Nebenkosten werden zu gleichen Teilen aufgeteilt
- Ich zahle eine Pauschale von [Betrag] Euro monatlich]
Als Nachweis füge ich folgende Dokumente bei:
- [Untermietvertrag/informelle Vereinbarung]
- [Bestätigung des Hauptmieters/Vermieters]
- [Zahlungsnachweise]
Ich bitte um Berücksichtigung dieser besonderen Umstände bei der Prüfung der Angemessenheit meiner Unterkunftskosten.
Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]
[Ihr vollständiger Name]
3. Begleitschreiben für Selbstständige
[Kontaktdaten wie oben]
Begleitschreiben zu meinem Bürgergeld-Antrag vom [Datum] – Erläuterungen zur selbstständigen Tätigkeit
Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ergänzung zu meinem Bürgergeld-Antrag vom [Datum] möchte ich Ihnen weitere Informationen zu meiner selbstständigen Tätigkeit zur Verfügung stellen:
Art der Tätigkeit:
[Beschreibung Ihrer selbstständigen Tätigkeit, z.B.:
- Freiberuflicher Grafiker
- Kleingewerbetreibende im Einzelhandel
- Online-Händler]
Aktuelle Geschäftssituation:
[Erläuterung zur aktuellen Lage, z.B.:
- Auftragsrückgang seit [Monat/Jahr]
- Saisonale Schwankungen
- Anlaufphase des Gewerbes]
Einkommensprognose:
[Darstellung der zu erwartenden Einnahmen, z.B.:
- Für die kommenden Monate erwarte ich Einnahmen von ca. [Betrag] Euro monatlich
- Aktuell bestätigte Aufträge im Wert von [Betrag] Euro
- Unsichere Einnahmesituation aufgrund von...]
Betriebsausgaben:
[Übersicht der wichtigsten Betriebsausgaben, z.B.:
- Bürokosten: [Betrag] Euro monatlich
- Wareneinkauf: durchschnittlich [Betrag] Euro monatlich
- Versicherungen: [Betrag] Euro monatlich]
Als Nachweise füge ich folgende Dokumente bei:
- Aktuelle Einnahmen-Überschuss-Rechnung
- Betriebswirtschaftliche Auswertung der letzten 6 Monate
- Auftragsbestätigungen/Rechnungen
Ich bin mir bewusst, dass meine Leistungen vorläufig bewilligt werden und eine endgültige Festsetzung nach Ablauf des Bewilligungszeitraums erfolgt.
Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]
[Ihr vollständiger Name]
4. Begleitschreiben bei besonderen Mehrbedarfen
[Kontaktdaten wie oben]
Begleitschreiben zu meinem Bürgergeld-Antrag vom [Datum] – Antrag auf Mehrbedarf
Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ergänzung zu meinem Bürgergeld-Antrag vom [Datum] beantrage ich die Anerkennung folgender Mehrbedarfe nach § 21 SGB II:
1. Mehrbedarf für [Art des Mehrbedarfs, z.B.:
- kostenaufwändige Ernährung
- Schwangerschaft
- Alleinerziehung
- Behinderung]
Begründung:
[Detaillierte Erläuterung, warum der Mehrbedarf besteht, z.B.:
- Ärztlich bescheinigte Erkrankung mit Notwendigkeit spezieller Ernährung
- Schwangerschaft in der [X]. Woche mit besonderen Bedürfnissen
- Alleinerziehend mit [Anzahl] Kindern im Alter von [Alter]]
Als Nachweise füge ich folgende Dokumente bei:
- [Ärztliches Attest/Mutterpass/Schwerbehindertenausweis]
- [Weitere relevante Unterlagen]
Ich bitte um Prüfung und Anerkennung dieser Mehrbedarfe bei der Berechnung meiner Leistungen.
Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]
[Ihr vollständiger Name]
5. Begleitschreiben bei besonderen familiären Konstellationen
[Kontaktdaten wie oben]
Begleitschreiben zu meinem Bürgergeld-Antrag vom [Datum] – Erläuterung der familiären Situation
Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ergänzung zu meinem Bürgergeld-Antrag vom [Datum] möchte ich meine besondere familiäre Situation erläutern, die in den Standardformularen nicht ausreichend dargestellt werden kann:
Familienkonstellation:
[Erläuterung der besonderen Situation, z.B.:
- Getrenntlebend, aber noch in gemeinsamer Wohnung
- Wechselmodell bei der Kinderbetreuung
- Komplexe Patchwork-Familie
- Übernahme von Pflegeverantwortung für Angehörige]
Unterhaltssituation:
[Falls relevant, Darstellung der Unterhaltssituation, z.B.:
- Unterhaltszahlungen in Höhe von [Betrag] Euro für [Person]
- Unterhaltstitel vorhanden/in Bearbeitung
- Unterhalt wird nicht gezahlt, weil...]
Betreuungsregelung für Kinder:
[Falls Kinder vorhanden, Darstellung der Betreuungsregelung, z.B.:
- Aufenthaltsbestimmungsrecht liegt bei [Person]
- Betreuung im Wechselmodell zu [Prozent]
- Umgangsregelung gerichtlich festgelegt/vereinbart]
Als Nachweise füge ich folgende Dokumente bei:
- [Trennungsvereinbarung/Scheidungsurteil]
- [Unterhaltstitel/Vereinbarung]
- [Beschluss zum Aufenthaltsbestimmungsrecht]
Ich bitte um Berücksichtigung dieser besonderen Umstände bei der Bearbeitung meines Antrags.
Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]
[Ihr vollständiger Name]
Tipps für ein wirkungsvolles Begleitschreiben
Inhaltliche Tipps
- Sachlich bleiben: Formulieren Sie sachlich und objektiv, ohne emotionale Überhöhung
- Konkret werden: Nennen Sie genaue Daten, Beträge und spezifische Umstände
- Strukturiert darstellen: Gliedern Sie Ihr Schreiben in logische Abschnitte mit Überschriften
- Nachweise anführen: Verweisen Sie auf beigefügte Dokumente, die Ihre Darstellung belegen
- Rechtliche Bezüge herstellen: Nennen Sie, wenn möglich, relevante Paragraphen (z.B. § 21 SGB II für Mehrbedarfe)
Formale Tipps
- Übersichtlich gestalten: Verwenden Sie Absätze und ggf. Aufzählungspunkte
- Knapp halten: Fassen Sie sich kurz und kommen Sie schnell zum Punkt
- Korrekturlesen: Prüfen Sie Rechtschreibung und Grammatik
- Höfliche Sprache: Bleiben Sie im gesamten Schreiben höflich und respektvoll
- Professionelles Layout: Verwenden Sie eine klare Schriftart und ein strukturiertes Format
Was Sie vermeiden sollten
- Keine Vorwürfe: Vermeiden Sie Beschuldigungen gegenüber dem Jobcenter oder anderen Beteiligten
- Keine Übertreibungen: Bleiben Sie bei den Fakten und übertreiben Sie Ihre Situation nicht
- Keine Wiederholungen: Wiederholen Sie nicht, was bereits im Hauptantrag steht
- Nicht zu persönlich: Gehen Sie nicht unnötig ins Detail bei persönlichen Problemen
- Keine politischen Statements: Das Begleitschreiben ist nicht der Ort für gesellschaftspolitische Kritik
Nach dem Einreichen des Begleitschreibens
- Kopie aufbewahren: Bewahren Sie eine Kopie des Begleitschreibens und aller Anlagen für Ihre Unterlagen auf
- Eingangsbestätigung: Lassen Sie sich den Eingang bestätigen, wenn Sie das Schreiben persönlich abgeben
- Nachfassen: Wenn Sie nach zwei Wochen keine Reaktion erhalten haben, fragen Sie höflich nach
- Aktualisierung: Bei wesentlichen Änderungen der geschilderten Umstände informieren Sie das Jobcenter umgehend
Häufige Fragen zu Begleitschreiben
Ist ein Begleitschreiben rechtlich notwendig?
Nein, ein Begleitschreiben ist rechtlich nicht erforderlich. Es kann jedoch die Bearbeitung Ihres Antrags erleichtern und die Erfolgsaussichten erhöhen, besonders in komplexen Fällen.
Kann ein Begleitschreiben fehlende Nachweise ersetzen?
Ein Begleitschreiben kann fehlende Nachweise nicht ersetzen, aber es kann erklären, warum bestimmte Nachweise fehlen und welche alternativen Belege Sie stattdessen einreichen oder wann Sie die fehlenden Dokumente nachreichen werden.
Sollte ich mein Begleitschreiben von einem Anwalt prüfen lassen?
Bei besonders komplexen Fällen oder wenn viel auf dem Spiel steht, kann es sinnvoll sein, das Begleitschreiben von einem auf Sozialrecht spezialisierten Anwalt oder einer Beratungsstelle prüfen zu lassen.
Wie umfangreich sollte ein Begleitschreiben sein?
Ein Begleitschreiben sollte so kurz wie möglich, aber so ausführlich wie nötig sein. In der Regel reichen 1-2 Seiten aus, um die wesentlichen Punkte darzustellen.
Downloadbare Vorlagen
Für Ihre einfachere Nutzung stellen wir die Mustervorlagen auch als bearbeitbare Dokumente zum Download bereit:
- Allgemeines Begleitschreiben (Word)
- Begleitschreiben bei fehlenden Unterlagen (Word)
- Begleitschreiben bei besonderer Wohnsituation (Word)
- Begleitschreiben für Selbstständige (Word)
- Begleitschreiben bei Mehrbedarfen (Word)
- Begleitschreiben bei familiären Besonderheiten (Word)
Weiterführende Informationen
- Formloser Bürgergeld-Antrag - Mustervorlage
- Selbstständige im Bürgergeld
- Mehrbedarfe beim Bürgergeld - Ansprüche und Voraussetzungen
- Widerspruch gegen Bürgergeld-Bescheide
Hinweis: Die hier bereitgestellten Mustervorlagen dienen nur als Orientierungshilfe. Jeder Fall ist individuell zu betrachten. Bei komplexen rechtlichen Fragen empfehlen wir, eine Beratungsstelle aufzusuchen oder sich rechtlich beraten zu lassen.