Checkliste: Unterlagen für den Bürgergeld-Erstantrag
Für eine schnelle und erfolgreiche Bearbeitung Ihres Bürgergeld-Antrags ist die vollständige Einreichung aller erforderlichen Unterlagen entscheidend. Diese Checkliste hilft Ihnen, alle notwendigen Dokumente zusammenzustellen und nichts Wichtiges zu vergessen.
Grundsätzlich erforderliche Unterlagen
Diese Dokumente benötigen Sie in jedem Fall, unabhängig von Ihrer individuellen Situation:
Identitätsnachweise
- Personalausweis oder Reisepass (für alle Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft)
- Meldebescheinigung (falls der aktuelle Wohnort nicht im Ausweis eingetragen ist)
- Aufenthaltstitel oder Aufenthaltsgestattung (für Nicht-EU-Bürger)
- Geburtsurkunden (für minderjährige Kinder in der Bedarfsgemeinschaft)
Antragsformulare
- Hauptantrag auf Bürgergeld (vollständig ausgefüllt und unterschrieben)
- Anlage KDU (Kosten der Unterkunft und Heizung)
- Anlage VM (Vermögenserklärung)
- Anlage EK (Einkommenserklärung)
- Anlage KI (für Kinder in der Bedarfsgemeinschaft)
- Weitere Anlagen je nach Bedarf (WEP für Bildungs- und Teilhabeleistungen, UH für Unterhaltsansprüche, etc.)
Hinweis: Die aktuellen Formulare finden Sie auf der Website Ihres Jobcenters oder in unserem Formularcenter.
Wohnungsnachweise
- Aktueller Mietvertrag (vollständig mit allen Seiten und Anlagen)
- Letzte Mietquittung oder Kontoauszug mit Nachweis der Mietzahlung
- Letzte Nebenkostenabrechnung
- Heizkostenabrechnung des letzten Jahres
- Nachweis über Stromkosten (nicht Teil der Miete, aber wichtig für evtl. Mehrbedarfe)
- Eigenheimunterlagen (falls Sie im Eigenheim wohnen: Grundbuchauszug, Kostennachweis für Kredite, Nebenkosten, etc.)
Nachweise je nach persönlicher Situation
Abhängig von Ihrer individuellen Lebenssituation werden zusätzliche Unterlagen benötigt:
Einkommensnachweise
- Gehaltsabrechnungen der letzten 3 Monate (falls vorhanden)
- Bescheid über Arbeitslosengeld I (falls Sie ALG I beziehen)
- Steuerbescheid des letzten Jahres (besonders bei Selbstständigen)
- Kindergeldbescheid
- Unterhaltsnachweise (erhaltene oder gezahlte Unterhaltsleistungen)
- Rentenbescheide (für alle Arten von Renten)
- Nachweis über sonstige Einkünfte (z.B. Mieteinnahmen, Kapitaleinkünfte, Elterngeld)
Vermögensnachweise
- Kontoauszüge aller Konten der letzten 3 Monate (lückenlos mit allen Seiten)
- Sparbücher, Festgeldkonten, Bausparverträge
- Versicherungspolicen (Lebensversicherungen, private Rentenversicherungen, etc.)
- Aktien, Fonds, Wertpapiere (aktuelle Wertangaben)
- Immobiliennachweise (Grundbuchauszug, Verkehrswertermittlung)
- Fahrzeugnachweise (Fahrzeugschein, ggf. Kaufvertrag oder Wertnachweis)
- Nachweis über sonstige Vermögenswerte (Sammlungen, Kunst, etc. von erheblichem Wert)
Besondere Lebensumstände
- Schwerbehindertenausweis
- Ärztliche Atteste (bei besonderen gesundheitlichen Einschränkungen)
- Schwangerschaftsnachweis (Mutterpass oder ärztliche Bescheinigung)
- Nachweis über besondere Ernährungsbedürfnisse (ärztliches Attest)
- Bescheide über andere Sozialleistungen (Wohngeld, Kinderzuschlag, etc.)
Selbstständigkeit
- Gewerbeanmeldung oder Nachweis der freiberuflichen Tätigkeit
- Einnahme-Überschuss-Rechnung des laufenden Jahres
- Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) der letzten 6 Monate
- Gewinn- und Verlustrechnung des Vorjahres
- Steuervorauszahlungsbescheide
- Mietvertrag für Geschäftsräume (falls vorhanden)
Für Kinder und Jugendliche
- Schulbescheinigung (für Kinder über 15 Jahre)
- Ausbildungsvertrag (für Jugendliche in Ausbildung)
- Nachweise über spezifische Bedarfe für Schule oder Ausbildung
- Vaterschaftsanerkennung/Sorgerechtsentscheidung (falls relevant)
Checkliste nach Lebensphase
Junge Erwachsene (unter 25 Jahre)
- Ausbildungsvertrag oder Studienbescheinigung
- BAföG-Bescheid (falls vorhanden)
- Nachweis über eigene Wohnung (wichtig für die Prüfung des Auszugsgrunds)
- Nachweise über besondere Härtefälle (falls anwendbar)
Familien mit Kindern
- Geburtsurkunden aller Kinder
- Kindergeldbescheid
- Unterhaltstitel oder -vereinbarungen
- Nachweis über Unterhaltsvorschussleistungen (falls vorhanden)
- Nachweis über Elterngeld (falls bezogen)
- Betreuungsvereinbarungen (bei geteiltem Sorgerecht)
Alleinerziehende
- Nachweis des Alleinerziehendenstatus (z.B. durch Meldebestätigung)
- Unterhaltstitel oder -vereinbarungen
- Sorgerechtsnachweis (falls vorhanden)
- Scheidungsurteil (falls relevant)
Ältere Arbeitnehmer (ab 50 Jahre)
- Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung
- Nachweise über private Altersvorsorge
- Bescheide über Erwerbsminderungsrente (falls vorhanden)
- Schwerbehindertenausweis (falls vorhanden)
Menschen mit Migrationshintergrund
- Aufenthaltstitel oder Aufenthaltsgestattung
- Nachweis über Asylverfahren (falls zutreffend)
- Nachweis über Integrationskursbefreiung (falls zutreffend)
- Nachweis über Qualifikationen/Abschlüsse aus dem Heimatland
- Übersetzungen wichtiger Dokumente (falls nicht in deutscher Sprache)
Tipps für die Unterlagenzusammenstellung
Vorbereitung
- Ordnungssystem anlegen: Erstellen Sie einen Ordner mit Trennblättern für verschiedene Kategorien
- Kopien anfertigen: Reichen Sie grundsätzlich nur Kopien ein (keine Originale)
- Eigene Unterlagenübersicht erstellen: Notieren Sie, welche Unterlagen Sie einreichen
- Nachweise prüfen: Stellen Sie sicher, dass alle Dokumente aktuell und leserlich sind
Bei der Einreichung
- Vollständigkeit: Überprüfen Sie anhand dieser Checkliste, ob Sie alle Unterlagen haben
- Einreichungsnachweis: Lassen Sie sich die Abgabe der Unterlagen bestätigen oder versenden Sie wichtige Dokumente per Einschreiben
- Digitale Einreichung: Achten Sie auf zulässige Dateiformate und maximale Dateigrößen
- Originalumfang: Reichen Sie mehrseitige Dokumente immer vollständig ein (z.B. alle Seiten des Mietvertrags)
Nach der Einreichung
- Kopien aufbewahren: Bewahren Sie Kopien aller eingereichten Unterlagen auf
- Nachweisführung: Dokumentieren Sie, wann Sie welche Unterlagen eingereicht haben
- Nachrüsten: Reichen Sie fehlende Unterlagen umgehend nach, wenn das Jobcenter danach fragt
- Aktualisierung: Informieren Sie das Jobcenter über Änderungen (z.B. neue Einkommenssituation)
Was tun bei fehlenden Unterlagen?
Nicht immer sind alle geforderten Unterlagen sofort verfügbar. In diesem Fall:
- Informieren Sie das Jobcenter: Teilen Sie mit, welche Dokumente fehlen und warum
- Ersatzbescheinigungen beantragen: Z.B. bei Behörden oder Banken
- Eidesstattliche Erklärung: In manchen Fällen kann eine eidesstattliche Versicherung als vorläufiger Ersatz dienen
- Fristen beachten: Vereinbaren Sie ggf. einen neuen Termin für die Nachreichung
Wichtig: Reichen Sie fehlende Unterlagen so schnell wie möglich nach. Verzögern Sie die Antragstellung aber nicht unnötig, wenn einzelne Dokumente fehlen – ein formloser Antrag kann zunächst die Frist wahren.
Umgang mit sensiblen Daten
Bei der Einreichung von Unterlagen werden zwangsläufig zahlreiche persönliche Daten übermittelt:
- Kontoauszüge: Sie können bestimmte Ausgaben schwärzen (z.B. Mitgliedsbeiträge für Parteien, Gewerkschaften oder Religionsgemeinschaften)
- Gesundheitsdaten: Bei ärztlichen Attesten reicht oft eine Bescheinigung über den Mehrbedarf ohne detaillierte Diagnose
- Datenschutz: Achten Sie bei digitaler Übermittlung auf sichere Übertragungswege
- Datensparsamkeit: Reichen Sie nur Informationen ein, die tatsächlich benötigt werden
Downloadbereich: Hilfreiche Vorlagen
Zur Unterstützung stellen wir Ihnen folgende Vorlagen zur Verfügung:
- Übersichtsliste eingereichter Unterlagen
- Vorlage: Formloser Antrag auf Bürgergeld
- Checkliste zum Abhaken (ausdruckbar)
- Musteranschreiben bei fehlenden Unterlagen
Diese Vorlagen können Sie herunterladen und an Ihre persönliche Situation anpassen.
Häufige Fragen zu Unterlagen
Muss ich wirklich alle Unterlagen einreichen?
Sie müssen grundsätzlich alle Unterlagen einreichen, die für die Prüfung Ihres Anspruchs relevant sind. Je nach individueller Situation können einige der aufgelisteten Dokumente entfallen. Im Zweifelsfall reichen Sie lieber mehr als zu wenig ein.
Muss ich die Originale einreichen?
Nein, in der Regel genügen Kopien. Nur in Ausnahmefällen werden Originaldokumente verlangt. Das Jobcenter kann aber verlangen, dass Sie die Originale zum Abgleich vorlegen.
Was passiert, wenn ich bestimmte Unterlagen nicht beschaffen kann?
Informieren Sie das Jobcenter frühzeitig darüber. Oft können alternative Nachweise akzeptiert oder Fristen für die Nachreichung gesetzt werden. Im Notfall kann eine eidesstattliche Erklärung als vorläufiger Ersatz dienen.
Wie aktuell müssen die Unterlagen sein?
Dokumente zur finanziellen Situation (Kontoauszüge, Gehaltsabrechnungen) sollten möglichst aktuell sein (nicht älter als 3 Monate). Andere Dokumente wie Personalausweis oder Mietvertrag sind so lange gültig, wie sich die Situation nicht geändert hat.
Kann ich Unterlagen auch nachreichen?
Ja, fehlende Unterlagen können nachgereicht werden. Wichtig ist, dass Sie zunächst die Antragsfrist wahren (ggf. durch einen formlosen Antrag) und dann die vollständigen Unterlagen so schnell wie möglich nachreichen.
Regionale Besonderheiten
Beachten Sie, dass je nach Jobcenter oder Bundesland zusätzliche oder leicht abweichende Anforderungen bestehen können:
- Einige Jobcenter bieten eigene Checklisten an
- Manche Jobcenter fordern spezifische Zusatzformulare
- Die Anforderungen an digitale Einreichungen können variieren
Es lohnt sich, vorab die Website des für Sie zuständigen Jobcenters zu konsultieren oder telefonisch nachzufragen.
Hinweis: Diese Checkliste dient als allgemeine Orientierungshilfe. Trotz sorgfältiger Erstellung kann sie nicht jede individuelle Situation abdecken. Bei Unsicherheiten fragen Sie bitte direkt beim zuständigen Jobcenter nach oder suchen Sie eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe auf.